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Hervorgehoben

Liebe Klienten
Aufgrund des Bundesratsentscheids vom 16. März zur Bekämpfung des Coronavirus muss ich leider meine Shiatsupraxis bis und mit 19. April schliessen. Ich freue mich sehr, Sie ab 20. April wieder im Shiatsu willkommen zu heissen.
Ich wünschen Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund.

Willkommen auf der Webseite der Shiatsu Praxis Pia Rhyn

Shiatsu, die Kunst des Wohlfühlens, ist eine Gesundheitsmassage, welche auf dem Wissen und der Lebensweisheit der Traditionellen Chinesischen Medizin beruht. In meiner Praxis beherrschen wir diese Art der Medizin und wir zeigen Ihnen mit verschiedenen Therapien, wie Sie Ihr inneres Wohlbefinden wieder erlangen können.

Sie dürfen mich jederzeit gerne telefonisch oder per E-Mail kontaktieren.

 

Ein Arbeitstag

 

Begleiten und berühren lassen in Momenten, wo wir uns unbeweglich, vielleicht fast schon erstarrt fühlen, bis hin zu diffusem Schmerz, der uns mehr und mehr einzuschränken vermag.

Seit nunmehr 20 Jahren praktiziere ich Shiatsu, eine Gesundheitsmassage, basierend auf dem Wissen und der Lebensweisheit der Traditionellen Chinesischen Medizin. Einst als Grundhandwerk erlernt, folgten laufend Weiter- und Zusatzausbildungen im Bereich Körperarbeit. Einerseits waren mir diese fachlich und auch menschlich eine Bereicherung, um gerade auch der Individualität eines jeden einzelnen Menschen, der zu mir kam, gerecht zu werden. Andererseits kam auch mein eigener Lebensprozess von Erkenntnis und Veränderung nie zum Stillstand. Als Folge der sich in den letzten Jahren stark veränderten Landschaft im Gesundheitswesen und den damit immer höher gewordenen Anforderungen nach Schulungsnachweisen, habe ich im Herbst 2017 die schweizweit anerkannte Ausbildung zur eidg. dipl. Komplementär-Therapeutin erfolgreich abgeschlossen. Bei entsprechender Zusatzversicherung können meine Leistungen also weiterhin bei den Krankenkassen abgerechnet werden.

Pro Tag behandle ich 3 – 5 Klienten. Aus Platzgründen in dieser Kolumne sei hier nur die Arbeit an 3 Klienten beschrieben.

erste Behandlung

Ein erfolgreicher Projektleiter leidet an einem Burnout. Das vergangene halbe Jahr war ein Auf und Ab und geprägt durch einen Klinikaufenthalt. Er kommt in die zweite Behandlung. Er meint, er wolle wieder in den Job einsteigen und das richtige Mass finden. Ihm mangle es jedoch an Konzentration und er fühle Beklemmung im Brustraum und müde sei er auch. Er wünschte sich mehr Energie und Gelassenheit. Schon im Gespräch zeigt sich, dass sich sein Muster über Leistung und Erfolg definiert, dass das Tun und nicht das Sein im Mittelpunkt steht.

Ein wichtiger erster Teil meiner Arbeit besteht darin, den Menschen zu helfen, in einem Moment der Ruhe bei sich ankommen zu können, ihren Körper besser wahrzunehmen, ihr Körpergewicht an die Liege unter ihnen abzugeben und in sich hinein zu fühlen. Diese Einstimmung ist bei diesem Klienten sehr wichtig, um vom ausgeprägten «Denken im Kopf» ins «Fühlen im Körper» zu kommen.

Dadurch, dass ich die Menschen berühre, erfühle ich, wo deren Energie in Bewegung ist und wo Stillstand, wo Spannung und Leere sind. Der bei diesem Menschen am stärksten eingeschränkte Energiefluss spiegelt sein gegenwärtiges Thema; es ist der Nierenmeridian.

Die Niere steht für Willenskraft, Antrieb sowie Urvertrauen gegenüber sich und dem Leben. Emotionen, die die Niere schwächen, sind Ängste, Misstrauen, mangelnder Selbstwert, Schuldgefühle. Ausserdem hat die Niere einen starken Bezug zur Sexualität. Ein Ungleichgewicht im Nierenmeridian (Energiebahn) kann auch zu Problemen mit der Stirnhöhle, dem Kreuzbein, den Kniekehlen, und dem Fuss führen.

Durch Auslösen von sanften Wellenbewegungen von unten nach oben, bringe ich Schwingung in den Körper. Die noch vorhandene Energie zeigt sich in erschöpfter Qualität, durch Dauerstress entstanden. Durch direktes Berühren der Gegend von Niere und auch Nebenniere erhalte ich über meine Hände Informationen und durch Spannungsaufbau zwischen meinen Händen (genannt Barometer) kann ich stärken und energetisieren. Jeder Körper reagiert in seinem eigenen Rhythmus und nimmt sich unterschiedlich Zeit, bis er mehr Lebendigkeit und Leichtigkeit zulässt. Ich halte diesen Zustand so lange, bis der Körper resoniert. Shiatsu ist daher eine sehr ruhige und geduldige Behandlungsart. Nach dem Energetisieren der Nierenenergie verbinde ich ins Kreuzbein, die Beine und Füsse, die ich massiere.

In mir taucht die Frage auf, weshalb, wann oder wo in seinem Leben der Glaubenssatz entstanden ist, ständig leisten zu müssen, um akzeptiert, ja, geliebt zu werden.

Mit etwas ruckartigen Bewegungen (genannt Rocking) befreie ich den angespannten Brustkorb, was sofort zu einer freieren Atmung führt. Ebenfalls gelockert wird die Muskulatur von Schlüsselbein und Schulter, was dem Klienten spürbar mehr Raum für sich selbst gibt.

Abschliessend wende ich mich nochmals den Füssen zu. Ich halte dort den wichtigen Akupunktur-Punkt, Niere 1 (sprudelnde Quelle) und verbinde mich im Geist mit den Nieren. Ein tiefer Seufzer meines Klienten ist die Antwort darauf.

Jetzt bitte ich meinen Klienten, mir, noch mit geschlossenen Augen, im entspannten Zustand, mit wenigen Worten das Erlebte und sein Körpergefühl zu beschreiben. Durch das in Worte fassen, lässt sich das soeben Erfahrene besser mitnehmen und kann sich manifestieren. Auf diese Weise kann Shiatsu Menschen in ein lebendiges Selbsterleben zurückführen.

 

zweite Behandlung

Eine Frau mittleren Alters, Mutter von 2 Kindern, alleinerziehend, mit Teilzeitstelle im Büro, fühlt ihren ganzen Körper unter Spannung und hat Mühe beim Einschlafen. Sobald ihre geistige Konzentration weniger gefordert ist, beginnen ihre Gedanken zu kreisen. In den letzten Monaten hat sie häufig Magenschmerzen oder Druck im Bauch, manchmal Durchfall. Sie fühlt sich erschöpft und hat Angstträume.

Diese Klientin bitte ich, sich in Seitenlage einzurollen. Eine Position, in der sich die meisten Menschen geschützt fühlen. Und diese Position dehnt und entlastet gleichzeitig den steifen Rücken. Mit meinen Händen verbinde ich vom Schädelrand zum Kreuzbein, halte, und vermittle Schutz. Indem ich mich auf diese Qualität einschwinge, vertieft sich der Kontakt und sie kann mehrmals tief atmen; die Steife lässt etwas nach. Dann lockere ich das Schultergelenk, die dortige Muskulatur und die Wirbelsäule. Sanft mobilisiere ich das ganze Gewebe. Nacken und Schädelrand widme ich besondere Aufmerksamkeit, denn der Kopf ist in einer Rückwärtsneigung fixiert. Diese Haltung findet sich häufig in Verbindung mit Angst. In bedrohlichen Situationen halten wir sprichwörtlich «den Kopf über Wasser», um weiter funktionieren zu können.

Mögliche Symptome von Angst sind auch Einschränkungen in der Lebensfreude und der Lebenskraft. Der Körper wird als Problem und Ort der Bedrohung empfunden. So betroffene Menschen leiden etwa an Herzklopfen, Schwitzen, Verdauungsproblemen, Atemproblemen, Schwindel, Kopfschmerzen und Verspannungen.

Angst im Körper fühlt sich unangenehm an. Um die Klienten die Entlastung bewusst spüren zu lassen, gebe ich nach dem Behandeln z.B. eines Arms etwas Zeit, um Unterschied zwischen behandeltem und unbehandeltem Arm zu realisieren, indem sie den Unterschied auch beschreibt. So kann sich die Selbstwahrnehmung differenzieren und ein angenehmes Empfinden wieder Raum gewinnen.

 

dritte Behandlung

Frühpensionierter Mann, immer wiederkehrende Kopfschmerzen im Bereich Stirn und Schläfen, Schmerzen in der linken Hüfte, die Schulter ist hochgezogen.

Dieser Klient kommt schon etwas länger zu mir ins Shiatsu. Ich lasse ihn zuerst einige Schritte gehen, um seine Hüfte arbeiten zu sehen. Sie ist wieder blockiert und ich frage ihn, ob ein Bild oder eine Idee in ihm aufsteigt, was ihm denn seine Agilität einzuschränken vermag. Ich erkläre ihm, dass das Hüftgelenk im Zusammenhang mit der Leber steht und diese im Zusammenhang mit Emotionen wie Frustration, Aggression, Wut und Ohnmacht (= Opfer zu sein und keine Wahlmöglichkeit mehr zu haben). Sich im Körper als Schmerz niedergelassene Emotionen, lösen sich nur, wenn das zugrunde liegende Gefühl zugelassen wird, heisst, den Schmerz nicht wegzudrücken, sondern zuzulassen. So kommt er hoch und breitet sich aus, um dann aber in Wellen abzuklingen. Unterdrücken wir diese verletzten Gefühle konsequent, richten sie sich immer massiver gegen uns selbst, bis hin zur Erkrankung.

Ich arbeite viszeral mit der Leber, dem Lebermeridian. Mit einer Muskelenergie-Technik sorge ich für mehr Raum und Bewegung im Hüftgelenk selbst sowie der Muskulatur um Gelenk und in der Leiste. Auch die Muskelrezeptoren benötigen mehr Freiheit, um eine natürliche Bewegung selbst zu inszenieren. Am Kopf arbeite ich an den venösen Blutbahnen, um diese wieder in Fluss zu bringen, gleiche die beiden Hirnhälften über ein sogenanntes Hammy Balancing aus und bringe diesen Ausgleich mittels Impulsen auch an alle Gelenke.

Diesem Klienten stelle ich einige Körperübungen für zu Hause zur Verfügung und bitte ihn erneut, sich Gedanken darüber zu machen, ab welchem Zeitpunkt seine Hüftschmerzen aufgetreten sind. (Gab es einen Unfall, familiäre Probleme, Krankheit, beruflicher Stress) Hat sich aus einem solchen Ereignis ein Glaubenssatz in ihm manifestiert und/oder wie wurde das Ereignis verarbeitet? Wann in seinem Leben wird eine gewisse Leichtigkeit verspürt? Er meint, ich gebe ihm da eine riesige Aufgabe mit. Ich erkläre ihm, dass tatsächliche Veränderung nur stattfinden könne, wenn er mitarbeite. Sein Körper bringe zum Ausdruck, was er erlebt habe. Ich könne immer nur die Impulse geben, die nötigen Schritte tun, müsse er.

Meine Arbeitstage sind durchdrungen von tiefer Ruhe und konzentrierter Achtsamkeit für die feinen Impulse, in und um den Körper meinen Klienten. Nicht selten führen diese an sich feinen Veränderungen zu einer veränderten Wahrnehmung des Geistes im Aussen; dies kann tiefgreifende Veränderungen im Leben meiner Klienten begünstigen bzw. möglich machen. Deshalb liebe ich, was ich alltäglich tue!

Pia Rhyn
eidg. dipl. Komplementär-Therapeutin
Bahnhofstrasse 37
3427 Utzenstorf
079/674 60 59
www.shiatsu-therapeutin.ch